Erneuerung der gasleitung Mont-Ogenne: HDD-Unterquerung des Gave de Pau

Horizontal Gerichtete Bohrungen

Horizontal Gerichtete Bohrungen

Erneuerung der gasleitung Mont-Ogenne: HDD-Unterquerung des Gave de Pau

Datum

Datum

Juni – September | 2022

Infrastrukturtyp

Infrastrukturtyp

Gas

Rohrart

Rohrart

HDPE

Länge der Bohrung

Länge der Bohrung

2 x 464 m

Bodenklasse

Bodenklasse

Schluffe, Kiese und Sande

Standort

Standort

Mont, Pyrénées-Atlantiques | Frankreich

Wir haben den Gave de Pau im Rahmen der Erneuerung der Gasleitung Mont-Ogenne in Frankreich unterquert. Für dieses Gastransportinfrastrukturprojekt von TEREGA passten wir Planung und Bohrverfahren an die geologischen und ökologischen Rahmenbedingungen an.

Das Projekt Mont-Ogenne ist Teil der Erneuerung der DN650-Gasleitung Mont-Ogenne-Camptort, bekannt als „Le Lacal“, einer Gastransportinfrastruktur von TEREGA. Nachdem Mängel an der Beschichtung der bestehenden Leitung festgestellt worden waren, plante TEREGA die Erneuerung der ersten 8,7 Kilometer der Leitung, von der Verdichterstation Mont bis nach Vielleségure.

Für DENYS führten wir die Horizontalspülbohrungsarbeiten (HDD, Horizontal Directional Drilling) zur Unterquerung des Gave de Pau aus, einem der anspruchsvollsten Abschnitte der Trasse, der eine speziell entwickelte Lösung erforderte. Eine der wichtigsten Projektbesonderheiten war die Querung des Flusses Gave de Pau, für die die HDD-Technologie vorgesehen wurde.

2 Bohrungen mit jeweils 464 Metern Länge

Während der Planungsphase prüften wir die Möglichkeit, eine einzige Bohrung für die Installation beider Leitungen auszuführen. Diese Variante wurde jedoch aufgrund der höheren Kosten und des zusätzlichen Risikos bei den Einziehvorgängen verworfen. Stattdessen entschieden wir uns für zwei unabhängige, parallele Bohrungen.

Die beiden HDD-Bohrungen wurden mit einer Ausbaulänge von jeweils 464 Metern ausgeführt.

Technische Daten der Bohrarbeiten:

🔵 2 HDD-Bohrungen mit jeweils 464 m Länge: 1 × PEHD Ø160 mm PN16 und 1 × Stahlleitung DN650 für den Gastransport.
📏 Horizontale Länge: 461 m pro Bohrung.
🎯 Pilotbohrung: Ø251 mm (9 7/8″).
🔩 HDD-Casing 1: Ø508 × 10 mm, Länge 32 m.
🔩 HDD-Casing 2: Ø1.220 × 19,1 mm, Länge 32 m.
⚙️ Enddurchmesser für die DN650-Leitung: Ø914,4 mm (36″).

Für die Bohrung der DN650-Gasleitung führten wir drei Aufweitungen durch und vergrößerten den Bohrdurchmesser schrittweise auf Ø508 mm (20″), Ø711,2 mm (28″) und Ø914,4 mm (36″).

Alluviales Umfeld und hoher Grundwasserstand: die größte Herausforderung des Projekts

Jedes Projekt bringt eigene Herausforderungen mit sich. In diesem Fall waren die Bodenverhältnisse und die hydrogeologischen Gegebenheiten im Umfeld des Gave de Pau eine der größten Herausforderungen.

Die geologischen Untersuchungen ergaben folgenden Bodenaufbau:

🟤 Schluffe
🪨 Kiese
🟡 Sande
⛰️ Wenig durchlässiger tertiärer Molasse-Untergrund
💧 Grundwasserspiegel: durchschnittlich etwa 2 m unter Geländeoberkante

Zu diesen geologischen und hydrogeologischen Bedingungen kam die ökologische Sensibilität bestimmter Projektbereiche hinzu, die gekennzeichnet waren durch:

💧 Feuchtgebiete
🌊 Überschwemmungsgefährdete Bereiche
⚠️ Vorhandene Bodenverunreinigungen

Vor der endgültigen Festlegung der Bohrtrassen führten wir ergänzende topografische Untersuchungen und Georadar-Messungen sowie eine Auswertung der verfügbaren geologischen Daten durch, um bestehende Leitungen zu lokalisieren und alle für die Ausführung erforderlichen Informationen zu vervollständigen.

Intersect-Methode: Eine Bohranlage an jedem Flussufer

Um die technischen Anforderungen des Projekts zu erfüllen, planten wir die Ausführung beider Bohrungen nach der Intersect-Methode, wobei von beiden Enden der Trasse aus gearbeitet wurde.

Hierfür kamen zwei Bohranlagen zum Einsatz, jeweils eine an jedem Ufer des Gave de Pau:

⚙️ 200-Tonnen-Bohranlage, ausgestattet mit API-6-5/8″-FH-Bohrgestänge.
⚙️ 50-Tonnen-Bohranlage, ausgestattet mit 4½”-IF-Bohrgestänge.

Die Pilotbohrungen wurden von beiden Seiten aus vorgetrieben, bis ein Treffpunkt im zentralen Bereich der Trasse erreicht wurde. Dort erfolgte die Verbindung beider Pilotbohrungen, indem der 8½”-Bohrkopf in die von der 200-Tonnen-Bohranlage hergestellte 9-7/8″-Bohrung eingeführt wurde.

Diese Methode wurde bei beiden Bohrungen angewendet, zunächst für die PEHD-Leitung Ø160 mm und anschließend für die DN650-Gasleitung.

Die Trassenplanung und die Ausführung mittels Intersect ermöglichten es uns, die Querung des Gave de Pau von beiden Ufern aus durchzuführen, den Vortrieb beider Anlagen zu koordinieren und die Kontrolle über den Bohrverlauf während der Pilotbohrungen sicherzustellen.

Von der Aufweitung bis zum Leitungseinzug

Nach Abschluss der Pilotbohrungen mittels Intersect begannen die erforderlichen Aufweitungsarbeiten, um die für jede Leitung benötigten Durchmesser zu erreichen. Dabei arbeiteten wir mit bentonitbasierten Bohrspülungen und Recyclinganlagen und richteten spezielle Bereiche für die Sammlung und Behandlung von Bohrschlämmen und Bohrgut ein.

Für die DN650-Gasleitung wurden mehrere Aufweitungsstufen durchgeführt, bis ein Enddurchmesser von Ø914,4 mm (36″) erreicht war. Nach der Konditionierung und Reinigung der Bohrung erfolgte der Einzug der DN650-Stahlleitung mit der 200-Tonnen-Bohranlage.

Anschließend wurde die PEHD-Leitung Ø160 mm mit der 50-Tonnen-Bohranlage installiert. Im Rahmen der abschließenden Qualitätskontrolle wurde ein Gyroskop durch die Leitungen geführt, um den tatsächlich ausgeführten Trassenverlauf zu überprüfen.

Damit konnten wir alle Phasen des Verfahrens – Pilotbohrung, Aufweitung, Reinigung und Leitungseinzug – abschließen und gleichzeitig die Kontrolle über Trasse und Ausführungsbedingungen während der Unterquerung des Gave de Pau sicherstellen.

HDD zur Erneuerung einer strategischen Infrastruktur ohne direkte Eingriffe in das Flussbett

Die Wahl der geeigneten Bohrtechnologie ist entscheidend, um Herausforderungen und Randbedingungen frühzeitig zu erkennen und zu bewältigen.

In diesem Projekt ermöglichte uns die Horizontalspülbohrung, die Besonderheiten der Erneuerung der Gasleitung Mont-Ogenne durch zwei unterirdische Querungen von jeweils 464 Metern Länge unter dem Gave de Pau zu bewältigen, ohne das Flussbett durch offene Bauweise zu beeinträchtigen.

Diese Lösung ermöglichte die Durchführung der Arbeiten bei minimalen direkten Eingriffen in die Umwelt und unter Berücksichtigung der geologischen, hydrogeologischen und ökologischen Rahmenbedingungen vor Ort.

So konnten wir die Installation der neuen DN650-Gasleitung und der PEHD-Leitung Ø160 mm erfolgreich abschließen und erneut zeigen, dass grabenlose Technologien selbst hochkomplexe Querungen ermöglichen und gleichzeitig die Auswirkungen auf die Umwelt deutlich reduzieren.

Häufig Gestellte Fragen

❓Worin bestand das Projekt Mont-Ogenne?

Das Projekt ist Teil der Erneuerung der DN650-Gastransportleitung Mont-Ogenne-Camptort „Le Lacal“ von TEREGA in Frankreich. Unser Beitrag konzentrierte sich auf die Querung des Gave de Pau mittels Horizontalspülbohrung (HDD).

❓Wie viele HDD-Bohrungen wurden unter dem Gave de Pau ausgeführt?

Wir realisierten zwei unabhängige, parallele HDD-Bohrungen mit einer Ausbaulänge von jeweils 464 Metern und einer horizontalen Länge von 461 Metern.

❓Welche Leitungen wurden mittels HDD installiert?

Eine der Bohrungen diente der Installation der neuen DN650-Stahlleitung für den Gastransport, während in der zweiten ein PEHD-Schutzrohr Ø160 mm PN16 eingebaut wurde.

❓Was ist die Intersect-Methode und wie wurde sie in Mont-Ogenne eingesetzt?

Die Intersect-Methode ermöglicht die Ausführung von Pilotbohrungen von beiden Enden der Trasse aus, bis sich die Bohrungen treffen. In Mont-Ogenne kamen dafür eine 200-Tonnen-Bohranlage und eine 50-Tonnen-Bohranlage an gegenüberliegenden Ufern des Gave de Pau zum Einsatz.

❓Warum wurde HDD zur Querung des Gave de Pau eingesetzt?

Die Horizontalspülbohrung ermöglichte uns die Ausführung von zwei 464 Meter langen unterirdischen Querungen unter dem Gave de Pau, ohne das Flussbett durch offene Gräben zu beeinträchtigen. Dadurch konnten die Auswirkungen auf die Umwelt minimiert und die Arbeiten optimal an die geologischen, hydrogeologischen und ökologischen Bedingungen angepasst werden.

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